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116.000 € fürs Glashütten-Projekt

Deutsche Stiftung Denkmalschutz ermöglicht Fortsetzung der Forschung in Klein Süntel

Foto: Unterzeichnung des Fördervertrags

Am Donnerstagmorgen unterzeichnete Hermann Wessling, Vorsitzender des Forum Glas, im Beisein von Dietrich Burkart, dem Leiter des Ortskuratoriums Hameln der Stiftung, den Vertrag, der die Förderbedingungen regelt. Dass er bereits die zweite Förderzusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Händen hält, ist für Wessling und seine Mitstreiter ein ausgesprochener Glücksfall. 52 200 Euro sagt die Stiftung zu – das dringend benötigte Geld, um die vorgeschriebene Kofinanzierung für EU-Mittel im Leader-Prozess zu begleiten. 63 800 Euro sind aus diesem Topf für das Projekt in Klein Süntel zugesagt worden, insgesamt stehen nun für ein Jahr 116 000 Euro zur Verfügung. Mit Wessling freuten sich gestern auch Karl-Heinz Dittrich, Schatzmeister des Forum Glas, Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak und Romana Lohmann, Leiterin des Senioren-Domizils Klein Süntel, auf dessen Areal die Grabungsstelle liegt.


Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Erforschung der um 1620 erstmals urkundlich erwähnten Glashütte, die viele Jahre im Erdreich schlummerte, gefördert. 60 000 Euro stellte sie zur Verfügung, weitere 30 000 Euro kamen von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Die Summe ermöglichte intensive Grabungen und die Freilegung weiter Teile des historischen Mauerwerks unter der Leitung des Glasarchäologen Dr. Peter Steppuhn. Deutlich wurde zum Ende der vergangenen Grabungsperiode: Die Aufbereitung, Auswertung und Dokumentation aller Daten, Funde und Befunde wird Steppuhn noch einige Zeit beschäftigen. Immerhin 2340 Kilogramm Fundmaterial wurden eingelagert. Parallel zu seinen Arbeiten wird der Vorstand des Forum Glas an den Möglichkeiten, die ehemalige Glashütte einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, arbeiten. Wessling berichtet von dem Vorhaben, eine Machbarkeitsstudie vorzubereiten. In ihr sollen Tourismusexperten und Projektentwicklungs-Fachleute beschreiben, welche Gestaltung der Grabungsfläche angemessen und erfolgversprechend erscheint. Auf dem Grabungsgelände wird, so Wessling, in diesem Jahr weitgehend Ruhe herrschen, allerdings muss die Winter-Sicherung überarbeitet werden, um die historische Bausubstanz zu schützen.


Bei der Unterzeichnung des Fördervertrages wurde aber auch visionär in die Zukunft geblickt: Ein gläsernes Dach, nachempfunden der Form eines Rauchgaskegels, könnte eine für Besucher zu besichtigende Grabungsstelle attraktiv gestalten und zudem vor Witterungsschäden schützen – ein Vorhaben, das die Beteiligten nicht aus den Augen verlieren wollen.

 

Artikel vom 19.05.2017

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