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Zurück in die Industriegeschichte

Ausgrabungen in Klein Süntel bringen Fundamente einer historischen Glashütte zum Vorschein

KLEIN SÜNTEL. Er ist hier der Chef: Die Ausgrabungen in Klein Süntel stehen unter der Leitung von Dr. Peter Steppuhn. Er hat mit einer Gruppe zunächst von fünf Mitarbeitern, immer wieder ergänzt durch Ehrenamtliche, in den letzten Monaten die Fundamente dieser historischen Glashütten-Anlage freigelegt.

 

Zum Vorschein kam bei den Arbeiten die typische runde Form des Rauchgaskegels mit vier großen Öffnungen, den sogenannten Schürkanälen. Sie konnten viel Wind einlassen und ermöglichten dadurch die hohen Temperaturen von 1300 Grad. So heiß musste es sein, damit das für die Glasschmelze möglich war. Andererseits konnte durch die Kanäle die Asche aus dem Ofen herausgebracht werden.

 

„Die Anlage hat hier laut den historischen Aufzeichnungen in der Zeit von 1815 bis 1886 gearbeitet. Aber es gab noch einige Wiederbelebungsmaßnahmen, sodass wohl bis 1902 hier Glas hergestellt wurde." Bei der Ausgrabung gefundene Stempel weisen darauf hin, dass hier vor Ort auch Glasflaschen für das Pyrmonter Mineralwasser hergestellt wurden. „Glashütten dieser Art gibt es in England seit Ende des 17. Jahrhunderts" erzählt Peter Steppuhn. Im Jahr 1972 wurde der letzte noch produzierende Glashüttenturm in Schottland geschlossen. Damals brach der Boden des Ofens ein. Solche Türme seien zwischen 13 und 35 Meter hoch gewesen und hätten einen Durchmesser zwischen zehn und 25 Meter gehabt, so Steppuhn.

 

Der Glashüttenturm in Klein Süntel mit einem Durchmesser von 19 Meter sei die größte Anlage in der näheren Umgebung gewesen, und es sei anzunehmen, dass der Rauchgaskegel sogar eine Höhe von 20 bis 25 Metern gehabt habe, schätzt der Experte. Den Impuls für die Ausgrabung kam von Hermann Wessling. Er ist der Vorsitzende des Forum Glas. Der „Verein zur Förderung der Glasgeschichte und der Glasgestaltung in der Deister-Süntel-Region" ist 2006 gegründet worden.

 

Einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Grabung ist seit einigen Wochen Rainer Krahl. „Ich bin seit Jugendzeiten geschichtlich interessiert und habe auch schon an mehreren Ausgrabungen teilgenommen. Diese Ausgrabung in Kleinen Süntel finde ich sehr interessant, denn sie hat ja mit der Industriegeschichte zu tun", berichtet Krahl. Der ehemalige Mitarbeiter im Schalterdienst der Deutschen Bundespost weiß, dass man bei Ausgrabungen nicht immer mit groben Gerät arbeiten kann. „Mal ist es sicher der Spaten, den man einsetzt, dann aber auch wieder die kleine Schaufel oder auch der Handfeger", erklärt er mit einem Schmunzeln.

 

Robert Stephen Richmond, Dirk Fabian, Peter Steppuhn, Visnjic Hidajet, Rainer Krahl und Gundolf Kijewski sichten die Kleinteile, die bei der Ausgrabung gefunden wurden und nun, nachdem sie gereinigt wurden, vor ihnen liegen. In den nächsten Tagen soll die Ausgrabungsstätte winterfest sein. Wie es dann im kommenden Jahr weitergeht, ist noch offen. Im Idealfall werde die Ausgrabungsstätte so gestaltet, dass sie für Besucher bleibt, sagt Peter Steppuhn.

Artikel vom 12.11.2016

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